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Zentralbanken im Kampf gegen den Klimawandel

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Der Klimawandel bedroht die finanzielle Stabilität. © Eric Spaete /Pixabay

Bislang sind Zentralbanken und die Aufsichtsbehörden der Finanzindustrie noch nicht als Klimaschützer aufgefallen. Doch längst haben auch die Währungshüter die Risiken des Klimawandels auf dem Schirm. Laut der aktuellen Studie „Tackling climate change: The role of banking regulation and supervision” sehen weltweit 70 Prozent der Zentralbanken und Aufsichtsbehörden den Klimawandel als Bedrohung für die finanzielle Stabilität.

Für die Studie haben die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars und des OMFIF (Official Monetary and Financial Institution Forum) 33 Zentralbanken und Aufsichtsbehörden befragt und dabei auch untersucht, mit welchen Maßnahmen die Institute diesen Herausforderungen begegnen wollen. Allerdings gibt erst die Hälfte an, Klimarisiken und deren Folgen zu überwachen.


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„Vier Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen ist die Debatte um den Klimawandel in vollem Gange. Der Klimawandel betrifft alle finanziellen Institutionen und das Thema ist ganz oben auf der Agenda von Aufsichts- und Regulierungsbehörden weltweit“, sagt Rudi Lang, Partner und Leader Financial Institutions Group bei Mazars. Dennoch weist Lang darauf hin, dass dem Bewusstsein noch wenig Taten folgen. So sehen 12 Prozent der Befragten andere Institutionen oder Ministerien in der Pflicht aktiv zu werden. Dennoch nimmt das Thema eine zunehmend bedeutende Rolle ein und hat inzwischen auch regulatorische Auswirkungen.

Berücksichtigung von Klimarisiken in Deutschland

So hat beispielsweise die Deutsche Bundesbank Standards für Green Finance und Green Lending angekündigt, die deutsche Banken zukünftig umsetzen müssen. „Auch die Bewertung von Klimarisiken als finanzielles Risiko in Stresstests wird von der Deutschen Bundesbank in Erwägung gezogen“, erklärt Markus Morfeld, Partner bei Mazars. „Damit gehört sie zur Mehrheit von 79 %, die diese Maßnahme plant. Bereits in der Umsetzung  sind erst 15 % der weltweit befragten Zentralbanken und Aufsichtsbehörden.“ Zudem zieht die Deutsche Bundesbank bereits in Betracht Unternehmen dazu zu ermutigen bzw. zu verpflichten, klimabezogene Finanzdaten offenzulegen.

„Der Klimawandel betrifft alle finanziellen Institutionen und das Thema ist ganz oben auf der Agenda von Aufsichts- und Regulierungsbehörden weltweit“

Rudi Lang, Partner und Leader Financial Institutions Group bei Mazars

Darüber hinaus setzt sich die Deutsche Bundesbank auch in ihren eigenen Geschäftsbereichen für Green Finance ein: Bereits in sechs der 16 Portfolios, die die Deutsche Bundesbank im Namen der Bundesländer verwaltet, werden Nachhaltigkeitskriterien für die Investments angewendet. Das soll Schule machen. So will die Bundesbank zukünftig auch bei den eigenen Investments einen deutlicheren Fokus auf Nachhaltigkeitsrisiken legen. In Zusammenarbeit mit den Bundesländern Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen entwickelt die Deutsche Bundesbank zudem Nachhaltigkeits- und ESG-Indizes.

Auch auf internationaler Ebene setzt sich die Bundesbank für eine nachhaltigere Finanzwelt ein: Als Gründungsmitglied beschäftigt sie sich im Network For Greening the Financial System (NGFS) gemeinsam mit anderen Zentralbanken mit der Fragestellung, wie Banken dem Klimawandel begegnen können. In anderen Bereichen wie der Subventionierung von Green Finance oder der Berücksichtigung des Klimawandels in der Finanzpolitik sind in Deutschland momentan keine Maßnahmen vorgesehen.

Bislang finden die Risiken des Klimawandels bei vielen Zentralbanken und Aufsichtsbehörden noch wenig Beachtung. Gründe sind das Fehlen entsprechender Analysetools, Methodologien und Daten, wie 84 % der Befragten darlegen. Auch die Fragmentierung der Rahmenwerke ist eine Herausforderung: 31 % der befragten Institutionen befürchten Schwierigkeiten bei der Vergleichbarkeit und Konsistenz der aufsichtsrechtlichen Rahmenwerke für Klimarisiken.

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